Was kostet eine Rohrreinigung?
Stand:
Einen Einheitspreis gibt es nicht. Was Sie zahlen, hängt vom Betrieb, vom Aufwand und von der Uhrzeit ab. Sie können aber prüfen, ob eine Rechnung plausibel ist.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Eine seriöse Rechnung für eine normale Verstopfung besteht im Kern aus drei Posten:
- Anfahrt. Rufen Sie einen Betrieb mit örtlicher Vorwahl an, zahlen Sie nach Auffassung der Verbraucherzentrale nur die An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen. Wird eine weite Anfahrt berechnet, dürfen Sie den Mehrbetrag streichen.
- Arbeitszeit des Monteurs. Meist nach Stunden oder angefangenen Zeiteinheiten.
- Material. Nur was tatsächlich verbraucht wurde.
Für die meisten Verstopfungen reicht eine elektrische Spirale, die eine Person bedient. Hochdruckspülung, Fräsen oder eine Kamerabefahrung sind laut Verbraucherzentrale bei einfachen Verstopfungen fast nie nötig. Tauchen solche Geräte auf der Rechnung auf, fragen Sie nach, ob sie wirklich eingesetzt wurden.
Zuschläge nachts, am Wochenende und an Feiertagen
Zuschläge außerhalb der normalen Arbeitszeit sind grundsätzlich erlaubt. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel 50 Prozent für einen Einsatz um 23 Uhr. An Sonn- und Feiertagen können bis zu 100 Prozent noch zulässig sein.
Entscheidend ist, worauf der Zuschlag gerechnet wird: nur auf den Lohn und lohnabhängige Kosten, also Arbeitszeit und Wegezeit. Ein Zuschlag auf die gesamte Rechnung, inklusive Fahrzeug, Geräten und Material, ist nicht zulässig.
Wann eine Rechnung nicht stimmt
Vorsicht bei diesen Posten:
- Arbeitszeit, obwohl der Abfluss danach weiter verstopft ist. Zahlen müssen Sie nur, wenn die Störung behoben ist.
- Geräte, die nicht eingesetzt wurden oder nicht nötig waren.
- Doppelte Abrechnung, etwa nach Stunden und nach gereinigten Metern.
- Deutlich mehr Rohrmeter, als es in Ihrer Wohnung überhaupt gibt.
Die Verbraucherzentrale berichtet von einer Toilettenverstopfung am späten Abend, für die 1.100 Euro sofort verlangt wurden. Die Toilette war danach weiter verstopft. An Wochenenden und Feiertagen verlangen unseriöse Anbieter oft 1.000 Euro und mehr.
So vermeiden Sie böse Überraschungen
- Preis vorher erfragen. Fragen Sie am Telefon nach Anfahrt, Stundensatz und Zuschlägen. Am besten ist ein verbindlicher Komplettpreis.
- Fragen, woher der Monteur kommt. Ein Betrieb aus Ihrer Stadt hat kurze Wege.
- Rechnung vor der Unterschrift prüfen. Nicht vereinbarte Posten dürfen Sie streichen.
- Nicht bar an der Haustür zahlen, wenn das nicht vorher vereinbart war. Eine Fahrt zum Geldautomaten müssen Sie nicht mitmachen.
- Im Zweifel nur einen Teilbetrag überweisen und sich bei einer Verbraucherberatungsstelle beraten lassen.
Mehr Warnzeichen finden Sie unter Unseriöse Rohrreinigung erkennen.
Quellen
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Streit über eine Rechnung hilft eine Verbraucherberatungsstelle.